Schullehrer als Träger der ländlichen Musikpflege von der theresianischen Schulreform bis zum Ende der Monarchie

Eine Tagung des Anton Bruckner Instituts Linz und der Tiroler Landesmuseen

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, 20. bis 22. Jänner 2017


Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wurde die dörfliche und kleinstädtische Musikpflege in den katholischen Gebieten der Habsburgermonarchie wesentlich von Schullehrern getragen, die als Organisten, Chorleiter und Kapellmeister wirkten. Viele Lehrerorganisten versorgten ihren Chor oder ihre Musikkapelle mit Eigenkompositionen, betätigten sich als Musikpädagogen und Musiksammler. Bislang wurde die Bedeutung dieser „aussterbenden Spezies“ primär im Kontext berühmter Musikerpersönlichkeiten gewürdigt, die diesem Milieu entstammten, allen voran Anton Bruckner. In dieser wissenschaftlichen Tagung stehen einzelne herausragende Lehrerorganisten und die Mechanismen der Ausbildung und des Austausches innerhalb des Netzwerkes von Lehrerorganisten in bestimmten Regionen im Fokus, ebenso das Repertoire geistlicher und weltlicher Musikpflege mit seinen regionalen Besonderheiten und die Quellenbestände. Instrumentenkundliche Beiträge runden das breit gefächerte Spektrum der Themen ab.


PROGRAMM
Freitag, 20. Jänner

14:30    Begrüßung und Eröffnung

15:00    Konzert. Eine Musikprobe im Sommer 1872
Blasmusik auf Originalinstrumenten, Die Strebitzer

17:00    Johannes Leopold Mayer, Baden
Die Ausbildungsstätten der Schullehrer in der Monarchie

20:00    Konzert. Orgelschlager und Kinderplager. Eine musikalische Reise durch Tirol auf den Spuren komponierender Schullehrer. Studierende des Tiroler Landeskonservatoriums

Samstag, 21. Jänner

9:15    Klaus Petermayr, Linz
Komponierende Schullehrer im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Fallbeispiel Oberösterreich

9:45    Franz Gratl, Innsbruck
Netzwerke und Seilschaften im Schullehrer-Milieu am Beispiel Tirol

10:15    Annemarie Bösch-Niederer, Bregenz
Schullehrer als treibende musikalische Kräfte abseits großer Zentren – Beispiel Vorarlberg

10:45    Pause

11:15    Franz Metz, München
Mein Herz, was willst du mehr? Zur Rolle des Kantorlehrers in der Kulturgeschichte der Donauschwaben

11:45    Christian Fastl, Wien
Kaiserfeste im ausgehenden 19. Jahrhundert und die Rolle der Landschullehrer – eine Detailstudie am Beispiel von Hennersdorf bei Wien

12:15    Mittagspause

14:00    Thomas Hochradner, Salzburg
Als Schullehrer zu Weltruhm. Österreich, Akte 3: F. X. Gruber

14:30    Andreas Lindner, Linz/Wien
Carl Nefischer, Lehrer und Komponist im Umfeld Bruckners

15:00    Pause

15:30    Thomas Nußbaumer, Innsbruck
Schullehrer als Sammler, Vermittler und Gestalter von Volksmusik im Alpenraum

16:00    Christian Neuhuber, Graz
Steirische Schullehrer als Gelegenheitsliteraten

16:30    Lothar Schultes, Linz
Schule und Lehrer in der Kunst

20:00    Konzert. Schund? Kirchenmusik für Landchöre – einst populär, später verdammt
Studierende des Tiroler Landeskonservatoriums

Sonntag, 22. Jänner

9:00    Alfred und Matthias Reichling, Würzburg
Lehrer und Orgelbau im 18. und 19. Jahrhundert

9:30    Andreas Holzmann, Innsbruck
Besaitete Tasteninstrumente aus dem Besitz Tiroler Lehrerorganisten

11.00    Jesuitenkirche Innsbruck.  Aufführung der Festmesse in D von Michael S. Pegger. Chor und Orchester des Innsbrucker Musikgymnasiums, Leitung: Siegfried Portugaller


Link Ferdinandeum

NEUERSCHEINUNGEN

Die Klaviermusik Anton Bruckners. Bruckner-Tagung Kremsegg 2015. Bericht. Hg. Andreas Lindner, Klaus Petermayr. Linz 2016. 152 S.