Bruckner-Symposion 2022

Freitag und Samstag, 7./8. Oktober, Brucknerhaus Linz, Mittlerer Saal

Bruckner in der Biographik
Erstmals widmet sich das zweitägige Symposium heuer dem faszinierenden Thema „Bruckner in der Biographik“. Ausgehend von der ersten Bruckner-Biographie von Franz Brunner, die 1895 noch zu dessen Lebzeiten erschien, über das zwischen 1922 und 1937 publizierte – das gesamte nachfolgende Bruckner-Schrifttum beeinflussende –  Standardwerk von August Göllerich und Max Auer sowie die seit den späten 1970er-Jahren einsetzende Versachlichung der Darstellungen bis zu den Monographien der Gegenwart beleuchten die international renommierten Referent*innen das von der Biographik gezeichnete Bruckner-Bild, ohne die ideologische Vereinnahmung des Komponisten durch die Nationalsozialisten auszublenden. Die teilweise erbittert geführten Kontroversen um das Bruckner-Bild werden dabei anhand der Debatte um Franz Gräflingers Anton Bruckner. Bausteine zu seiner Lebensgeschichte von 1911 ebenso thematisiert wie unterschiedliche Herangehensweisen an die Erstellung von Biographien. Berücksichtigung finden jedoch nicht nur wissenschaftliche Werke, sondern auch wirkmächtige Klischees und populär gewordene gesellschaftliche Bruckner-Bilder.

PROGRAMM


Freitag
10:30
Eröffnung
Dietmar Kerschbaum, Alfred Weidinger, Klaus Petermayr

11:00
Johannes Leopold Mayer, Baden
„Was heißt und zu welchem Ende studiert man…?“

11:30
Manfred Mittermayer, Salzburg
„So viel Musik im Kopf“. Zum Thema Musik und Krankheit in fiktionalen biographischen Erzähltexten (Stefan Zweig, Peter Härtling, Alissa Walser)

Mittagspause

14:00
Magdalena Wieser, Linz
Bruckner-Biographien im Überblick

14:30
Klaus Heinrich Kohrs, München
„Da traf mich zum ersten Male seines Auges Strahl“. Biographie-Anfänge

Pause

15:30
Andrea Harrandt, Wien
Franz Gräflingers „Bausteine“. Polemik und Protest gegen eine Bruckner-Biographie

16:00
Elisabeth Maier, Wien
Bruckners „autorisirter Biograf“ und sein Mitarbeiter: August Göllerich und Max Auer. Ihre Arbeit an der Bruckner-Biographie

Samstag
9:30
Thomas Leibnitz, Wien
Samiels Hilfe. Anton Bruckner und Friedrich Eckstein

10:00
Christian Neuhuber, Graz
„Oes Gispeln“ – Zur Rolle des Dialekts in der frühen Bruckner-Biographik

Pause

11:00
Karin Wagner, Wien
Antroposophisches in der biographischen Bruckner-Literatur

11:30
Christa Brüstle, Graz
Das Brucknerbild im Nationalsozialismus

Mittagspause

14:00
Franz Scheder, Nürnberg
Weitertransportierte Falsa und Errata in der Brucknerbiographik

14:30
Felix Diergarten, Freiburg
Bruckner-Bilder. Herausforderungen an eine Bruckner-Biographie heute

15:00
Schlussdiskussion

Moderation: Eva Teimel und Johannes Leopold Mayer